Ist der Energieausweis bereits jetzt gescheitert ?

Ein Artikel im Focus habe ich zum Anlass genommen einen eigenen Test durchzuführen.
Während im Focus die beiden verschiedenen Energieausweise (verbrauchs- und bedarfsorientierter Energieausweis) miteinander verglichen worden, habe ich nur den verbrauchsorientierten Energieausweis getestet.

Zum Energieausweis-Test :

Lieschen Müller (Name hier geändert) hat ein 3-Familienhaus. Zwei Wohnungen werden vermietet.
Der Zustand des Hauses ist aus energetischer Sicht sehr schlecht (Bj. 1969 - keine Wärmedämmung, veraltete Ölheizung). Der reale Verbrauch der Ölheizung beträgt ca. 6800 Liter pro Jahr.

Ziel ist es, einen “positiven” (wird ja zur besseren Vermietung zukünftig benötigt) Energieausweis zu erhalten.

Also habe ich 3 Energieausweise bestellt.

Als Verbrauch wurden jeweils unterschiedliche Werte, 3000 Liter, 4000 Liter und 5000 Liter, (ohne Warmwasserbereitung) angegeben, Rückfragen (bzw. zum Zustand der Immobilie oder Anfangs-und Endbestand beim Heizöl) der Energieberater gab es keine !
Nach einer Woche waren alle Energieausweise mit den “Wuschresultaten” da - alles klar für zukünftige Vermietungen !
Auch wenn später der Ärger mit den Mietern vorherzusehen ist, kann man die teils enormen Abweichungen immer mit unterschiedlichen Heiz- oder Fehlverhalten abtun.

Wie glaubwürdig ist ein solcher (verbrauchsorientierter) Energieausweis und welche Sicherheiten haben zukünftige Mieter ? Den besseren bedarfsorientierten Energieausweis haben die zuständigen Politiker und ihre Lobbyisten erfolgreich verhindert.

Fazit :
Besteht Zweifel am Wahrheitsgehalt des verbrauchsorientierten Energieausweises, immer Orginalbelege des Energieverbrauchs zeigen lassen !
Ein entsprechendes Berechnungstool wird in Kürze veröffentlicht.



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3 Reaktionen zu “Ist der Energieausweis bereits jetzt gescheitert ?”

  1. Frank

    Naja, die Preise sind ja noch im Rahmen. Kann auch wesentlich teuerer sein.

  2. AlexanderGreat

    hello…

    wow…

  3. Hermann

    Beim Eigenheimkauf vom Vorbesitzer gibt es nur ein Regel: Verbrauch des letzten Jahres dokumentieren lassen! Energieausweise sind wie Verbrauchsangaben bei Kraftfahrzeugen: Dient nur dem ungefähren Vergleich gleicher Häuser und Wohnungen - und da wird der “Vergleich” schwierig ;-)

  4. Marc

    der Energieausweis ist doch grundsätzlich ungenau, auch der Bedarfsorientierte. Die Daten die nicht vorliegen, dürfen angenommen werden. Oftmals sind dies Multiplikatoren, ebenso ist der Fehler dann sicher 2 stellig.
    Wie Hermann schreibt nur der Kaufbeleg ist wirklich ein Hinweis.
    Nur wirklich messen ist reell.

    Grüße
    Marc



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