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Viessmann : Denkmalschutz als Herausforderung bei der Altbausanierung

Heizungsmodernisierung in denkmal- geschützten Altbauten ist eine Herausforderung für Bauherren, Architekten, Planer und Heizungsfachleute.

Schließlich kann das historische Gemäuer nur bedingt an moderne Technik angepasst werden, die Anforderungen an die Heizungsanlage sind hoch. Und es können beim Einbau zuvor ungeahnte Schwierigkeiten auftauchen, die zum Umdisponieren zwingen und findige Lösungen erfordern.

Als im hessischen Schloss Waldeck die alte Ölheizung gegen eine moderne Gas-Heizungsanlage ausgetauscht werden sollte, mussten die Heizungsbauer aufpassen, dass sie nicht den Archäologen ins Gehege kamen: Man hatte im Boden des Kellers die Reste einer mittelalterlichen Küche entdeckt. Klar, dass diese Funde Denkmalpfleger wie Bauherr in Atem hielten und die Heizungsbauer vorsichtig zu Werke gehen mussten.

"Enorm kleine Gewölbekeller, furchtbar eng, da war die Montagezeit fast unkalkulierbar", erinnert sich Heizungsfachmann Ulrich Rest aus Korbach, dessen Vater damals die Ausführung übernommen hatte. "Das ist generell die Schwierigkeit bei historischen Bauten, dass nicht absehbar ist, mit welchen Problemen man konfrontiert wird. Da kann es schon sein, dass die Montage drei- bis viermal so lang dauert wie in Neubauten. Und wie kann man das im Vorhinein kalkulieren?"

Enge Gewölbe als Arbeitsumfeld, Felsen im Gemäuer, Holzfundamente, die wegen der Statik des gesamten Gebäudes nicht verändert werden dürfen, noch nicht einmal durch ein einziges Loch: Mit diesen und anderen Hindernissen aus bestehender Bausubstanz müssen die Beteiligten bei Altbauten immer rechnen.

Es sind jedoch nicht nur die physikalischen Hindernisse, die die Sanierung und moderne Beheizung von Altbauten erschweren: Die Denkmalpfleger achten genau darauf, dass an den alten Gemäuern nicht mehr verändert wird, als unbedingt notwendig ist, und sie haben immer die Geschichte und die Nutzung des Gebäudes vor Augen.

Und der Katalog der Denkmalschützer ist umfangreich: Die Bausubstanz darf nicht angegriffen, Wände dürfen nicht versetzt werden, Leitungen und Heizkörper dürfen nicht auffällig im Raum stehen. Dies alles zu berücksichtigen, erscheint fast unmöglich; Unter-Putz-Verlegung ist schwierig, wegen der möglicherweise gefährdeten Bausubstanz, Über-Putz geht nicht aufgrund der Raumarchitektur. Und wo der Kessel platziert werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. In manchen Altbauten wird deshalb sogar von oben nach unten geheizt, denn als geeigneter Heizraum bot sich nur das Dachgeschoss an.

"In erster Linie muss die alte Substanz erhalten werden", so lautet die Grundanforderung der Denkmalpfleger an Sanierungs- und Modernisierungmaßnahmen. "Und die Ausführung muss den raumarchitektonischen Gegebenheiten angepasst werden." Das Hauptproblem für die Denkmalpfleger ist das Hausklima: Zu Zeiten, als die historischen Bauten errichtet wurden, wurden nicht alle Räume beheizt - ein Ofen in der Küche war zumeist die einzige Heizquelle. Dementsprechend waren die Häuser von der Bausubstanz ausgelegt. Heute herrscht in diesen alten Gebäuden ein ganz anderes Raumklima; die Temperatur wurde im ganzen Haus auf die Ansprüche der Bewohner, also auf Komfort ausgelegt - häufig mit Folgen für die Bausubstanz.

Seitdem Althaussanierung in den siebziger Jahren zum Sanierungskonzept gemacht wurde, werden die betagten Gebäude häufig umgenutzt und die Heizung entsprechend erneuert. Inzwischen haben Denkmalpfleger festgestellt, dass alte Bausubstanz und moderne Heizgewohnheiten oft nicht ohne weiteres kompatibel sind: Durch ungewohnte Wärme verbunden mit trockener Luft kam es zur Austrocknung des Mauerwerks und anschließend zur Salzbildung, die das Mauerwerk porös werden ließ. Alte Holzbalken und Paneele rissen, und Wandmalereien, die sich im ursprünglich kühlen, feuchten Klima über Jahrhunderte erhalten hatten, lösten sich von ihrem Untergrund und mussten aufwändig restauriert werden. Viele sanierte Altbauten sind daher erneut zum Sanierungsfall geworden, und das nur zwanzig Jahre nach ihrer Renovierung.

Heizen und Denkmalschutz - eine nicht immer einfache Kombination. Wesentlich bei der Beheizung alter Bausubstanz ist eine gleichmäßige Temperierung unter Bewahrung oder Erzeugung einer definierten Feuchtigkeit. Die technischen Lösungen müssen auf die Gegebenheiten des Gebäudes abgestimmt sein. Die Regelungstechnik nimmt dabei eine zentrale Rolle ein: Wird die Raumtemperatur in historischen, wenig wärmegedämmten Gebäuden zu hoch, kondensiert die Luftfeuchte an den kalten Außenwänden und einfach verglasten Fenstern. Temperaturschwankungen müssen deshalb so weit wie möglich vermieden werden. Andererseits ist häufig eine hohe Luftfeuchtigkeit zum Erhalt wertvollen Mobiliars gefordert. Um diese schwierigen Anforderungen erfüllen zu können, müssen technische Systeme mit perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten verwendet werden. Systemtechnik ist der Schlüssel zum Erfolg.

Voraussetzung für eine gelungene Umsetzung ist die enge Zusammenarbeit zwischen Denkmalschützern, Planern und Heizungsfachhandwerk. Hier fordern die Denkmalpfleger eine möglichst frühzeitige Abstimmung zwischen den Beteiligten, am besten noch bevor die Planung gemacht wird, um dann gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, das alle Aspekte der Sanierung berücksichtigt. Nur auf diese Weise kann die optimale Lösung für ein jeweils individuelles Problem gefunden - und womöglich die Kalkulation der Montagezeiten erleichtert werden.

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Viessmann : Denkmalschutz als Herausforderung bei der Altbausanierung

Das Vitotec Programm von Viessmann bietet für jeden Anwendungsfall die passende Lösung - auch und gerade bei engen Vorgaben der Denkmalschützer.





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